Produktivität | Raumakustik

Hybrider Besprechungsraum mit schallabsorbierender Holzlamellen-Akustikwand und großem Monitor

Wohlbefinden durch optimale Schallabsorption

Eine durchdachte Büroeinrichtung mit akustisch wirksamen Möbeln und Gestaltungselementen verbessert die Konzentration, Sprachverständlichkeit und Aufenthaltsqualität.

Die akustische Qualität von Arbeitsumgebungen ist ein wesentlicher Faktor für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitenden. Besonders in offenen Bürostrukturen und Multispace-Konzepten können Gespräche, Telefonate und allgemeine Umgebungsgeräusche die Konzentration beeinträchtigen. Lange Nachhallzeiten und fehlende Absorptionsflächen führen dazu, dass Schall im Raum verstärkt reflektiert wird und akustische Belastungen entstehen.

Die Raumakustik betrachtet dabei die Schallausbreitung innerhalb eines Raumes und unterscheidet sich von der Bauakustik, die die Übertragung von Schall zwischen verschiedenen Räumen beschreibt. Eine gezielte raumakustische Planung setzt deshalb auf die richtige Kombination aus schallabsorbierenden Oberflächen, Akustikmöbeln, raumbildenden Einrichtungselementen und einer ausgewogenen Flächengestaltung.

Die Arbeitsstättenregel ASR A3.7 „Lärm“ sowie die DIN 18041 geben wichtige Orientierung für die Gestaltung akustisch geeigneter Arbeitsumgebungen.

Physikalische Grundlagen der Raumakustik

Die zentrale Kennzahl für die Wirkung raumakustischer Maßnahmen ist der Schallabsorptionsgrad α_w. Er beschreibt, welcher Anteil der auftreffenden Schallenergie von einer Oberfläche aufgenommen und nicht in den Raum zurückreflektiert wird. Je höher der Wert, desto stärker reduziert das Material störende Reflexionen.

Eine weitere wichtige Größe ist die Nachhallzeit T_0. Sie beschreibt die Zeitspanne, die ein Schallereignis benötigt, um im Raum abzuklingen. Das übergeordnete Ziel aller Absorptionsmaßnahmen ist dabei die gezielte Absenkung des Schalldruckpegels (gemessen in dB), um akustische Belastungen im Raum spürbar zu reduzieren. Zu lange Nachhallzeiten erschweren die Sprachverständlichkeit und erhöhen die akustische Unruhe insbesondere in offenen Arbeitsbereichen.

Akustisch wirksame Büroeinrichtungen unterstützen dabei, vorhandene Raumflächen gezielt auszugleichen. Dazu zählen beispielsweise schallabsorbierende Screens, textile Möbeloberflächen, akustisch optimierte Raumteiler oder freistehende Elemente, die Arbeitsbereiche strukturieren und gleichzeitig die Schallausbreitung reduzieren.

Büroeinrichtung als Gestaltungselement für bessere Akustik

Moderne Büroeinrichtung übernimmt heute weit mehr als eine funktionale Aufgabe. Möbel und raumbildende Elemente unterstützen die Zonierung von Arbeitswelten und schaffen unterschiedliche akustische Qualitäten für konzentriertes Arbeiten, Kommunikation und Zusammenarbeit.

Akustikmöbel können beispielsweise Arbeitsplätze visuell und akustisch voneinander trennen, ohne die Offenheit moderner Bürokonzepte aufzugeben. Textile Oberflächen, gepolsterte Elemente und schallabsorbierende Materialien reduzieren
Reflexionen und tragen zu einer angenehmen Raumwahrnehmung bei.

Besonders in agilen Arbeitsumgebungen ermöglicht die Kombination aus flexibler Möblierung und akustisch wirksamen Gestaltungselementen eine schnelle Anpassung an wechselnde Anforderungen. So entstehen Räume, die sowohl den Austausch im Team als auch konzentrierte Einzelarbeit unterstützen.

Fazit: Raumakustik als Bestandteil moderner Büroeinrichtung

Eine hochwertige Büroeinrichtung berücksichtigt heute nicht nur Ergonomie und Gestaltung, sondern auch die akustische Wirkung des Raumes. Schallabsorbierende Möbel, flexible Raumteiler und gezielt eingesetzte Akustikelemente verbessern die Sprachverständlichkeit, reduzieren störende Geräusche und steigern die Aufenthaltsqualität.

Für Architekturschaffende und Fachplanende entsteht dadurch die Möglichkeit, Arbeitswelten zu gestalten, die den unterschiedlichen Anforderungen moderner Wissensarbeit gerecht werden und langfristig zu mehr Wohlbefinden und Produktivität beitragen

Wissen vertiefen: Medien & Downloads

Nutzen Sie weiterführende Informationen unserer Fachquellen und empirischen Erhebungen, um Ihre Planungsprozesse im Detail zu optimieren:

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Technische Regeln zur Bewertung und Gestaltung lärmarmer Arbeitsplätze
ASR A3.7 Lärm

Fraunhofer IAO: Anforderungen an zukunftsfähige Bürogestaltung
Office 21 – Zukunft der Arbeit gestalten

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV): Akustische Gestaltung von Büros, Schallabsorption und Verbesserung der Arbeitsumgebung
Akustik im Büro

FAQ – Raumakustik und Büroeinrichtung

  • Schallabsorbierende Möbel, Screens und textile Oberflächen reduzieren Schallreflexionen und verkürzen die Nachhallzeit. Dadurch entstehen ruhigere Arbeitsbereiche mit besserer Sprachverständlichkeit und höherem Komfort.

  • Der Wert α₍w₎ beschreibt, wie viel Schallenergie eine Oberfläche oder ein Einrichtungselement aufnimmt. Ein hoher Absorptionsgrad reduziert störende Reflexionen und verbessert die akustische Qualität eines Raumes.

  • Die ASR A3.7 gibt Empfehlungen und Anforderungen zur Bewertung und Gestaltung von Arbeitsplätzen hinsichtlich Lärms und akustischer Belastung. Sie unterstützt eine vorausschauende Planung angenehmer Arbeitsumgebungen.

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