Arbeitsweisen | Activity Based Working
Der Arbeitsplatz der Zukunft folgt der Aufgabe:
Warum der starre Schreibtisch ausgedient hat und wie das Urban-Office-Modell Konzentration, Kollaboration und Wohlbefinden stärkt.
Moderne Wissensarbeit zeichnet sich durch eine ausgeprägte Aufgabenvielfalt aus: Innerhalb eines Arbeitstages wechseln Beschäftigte kontinuierlich zwischen hochkonzentrierter Einzelarbeit, vertraulichen Telefonaten, kreativen Team-Workshops und informellem Austausch. Das klassische Bürokonzept mit starr zugewiesenen Einzelarbeitsplätzen stößt an Grenzen, da ein Standard-Schreibtisch diese gegensätzlichen Anforderungen nicht adäquat abdecken kann.
Beim Activity Based Working (ABW) rückt die konkrete Tätigkeit in den Mittelpunkt der Raumplanung. Mitarbeitende wählen ihren Arbeitsort flexibel aus speziell gestalteten Funktionsbereichen aus. Inspiriert von städtebaulichen Nachbarschaftskonzepten entsteht ein zoniertes Raumgefüge, das Eigenverantwortung, Gemeinschaftsgefühl und Zugehörigkeit fördert. Arbeitsplatzanalysen belegen, dass diese Wahlfreiheit die Leistungsfähigkeit erhöht sowie Engagement und Wohlbefinden im Unternehmen nachhaltig stärkt.
Das Urban Office als räumliche Blaupause
Ein praxiserprobtes Modell zur baulichen Umsetzung von ABW ist das Urban-Office-Modell, wie es auch feco in der Raumplanung einsetzt. Es überträgt die funktionale Strukturierung einer Stadt auf die physische Bürofläche. Eine Stadt funktioniert deshalb hervorragend, weil sie urbane Prinzipien vereint: Marktplätze für Begegnung, Wohnviertel für Orientierung, Arbeitsorte für Produktion sowie Park- und Rückzugszonen für Erholung. Übertragen auf das moderne Büro entstehen vier Raumzonen: Der Community Space dient als belebtes Zentrum der Begegnung und Kultur. Der Team Space bietet eine verlässliche Umgebung als Nachbarschaft für Zusammenarbeit. Der Focus Space ist als geschützter Rückzugsort für ungestörte Einzelarbeit, vertrauliche Calls sowie den intensiven Dialog mit KI-Systemen (z. B. Sprach-Prompting und KI-Sparring) ausgelegt, während der Project Space als dynamisches Areal auf agile Kollaboration setzt.
Ganzheitlicher Erfolg durch Raum, Verhalten und Organisation
Der entscheidende Vorteil dieses aktivitätsorientierten Ansatzes liegt in der wirksamen Vermeidung von Nutzungs- und Akustikkonflikten. Während in herkömmlichen Open-Space-Büros Nebengeräusche und Gespräche die Konzentration stark beeinträchtigen, garantiert die bauliche Trennung kommunikativer und ruhiger Zonen raumakustische Qualität.
Die erfolgreiche Einführung erfordert jedoch weit mehr als reine Mobiliarveränderungen: Entscheidend ist, dass Beschäftigte die unterschiedlichen Bereiche intuitiv verstehen und Führungskräfte das zugrunde liegende Vertrauensprinzip aktiv vorleben. Wenn versetzbare Systemwände für Schalldämmung sorgen und digitale Buchungssysteme die Auslastung steuern, wird der Raum zum strategischen Werkzeug.
Raumzonen als Treiber von Wohlbefinden und Fokus
Mit dem gezielten Wechsel zwischen Funktionsbereichen erhalten Mitarbeitende die volle Kontrolle über ihre Arbeitsumgebung. Diese Autonomie senkt kognitive Belastungsfaktoren und fördert die persönliche Motivation.
Der Focus Space stellt durch Wandstrukturen und akustische Abschirmung sicher, dass vertrauliche Gespräche, KI-gestützte Arbeitsprozesse und anspruchsvolle Analysen ohne visuelle und auditive Störungen durchgeführt werden können. Gleichzeitig bieten Community Space, Team Space und Project Space den nötigen Raum für soziale Einbindung, unkomplizierten Wissensaustausch und teambezogene Dynamik.
Fazit: Strategischer Ausblick
Activity Based Working löst die Starrheit fester Arbeitsplätze auf und schafft eine dynamische Arbeitswelt. Das Urban-Office-Prinzip verbindet durch seine vier abgestimmten Funktionszonen akustischen Schutz für Fokusarbeit mit inspirierenden Arealen für kollaborativen Erfolg.
Wissen vertiefen: Medien & Downloads
Nutzen Sie weiterführende Informationen unserer Fachquellen und empirischen Erhebungen, um Ihre Planungsprozesse im Detail zu optimieren:
Fraunhofer IAO (Office 21): Langzeit-Verbundforschungsprojekt zu zukunftssicheren Raumstrukturen, ABW und Erfolgsfaktoren teamorientierter Arbeitswelten
Office 21 Forschungsplattform
IBA-Studie: Untersuchung zu flexiblen, hybriden und präsenzbasierten Arbeitsmodellen sowie zum Einfluss der Arbeitsumgebung auf die Mitarbeiterzufriedenheit.
Arbeitsmodelle und HR-Praktiken
IBA-Studie: Repräsentative forsa-Erhebung zur Entwicklung der Büroarbeit und den Erwartungen an moderne Arbeitswelten.
Status quo der Büroarbeit
FAQ – Activity Based Working
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Beim Activity Based Working gibt es keine fest zugewiesenen Schreibtische mehr. Stattdessen wählen die Mitarbeitenden je nach ihrer aktuellen Aufgabe (z. B. Fokusarbeit, Brainstorming, Kundencall) den am besten geeigneten Funktionsbereich im Büro aus.
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Das Urban Office gliedert die Bürofläche analog zu einer Stadt in den Community Space (Begegnung), den Team Space (Kollaboration), den Focus Space (Konzentration & Deep Work) und den Project Space (Co-Creation). Dies ermöglicht eine klare akustische Trennung und steigert die Leistungsfähigkeit.
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Der Focus Space dient als akustisch und visuell abgeschirmter Rückzugsort für ungestörte Einzelarbeit, interaktive KI-Arbeit (z. B. verbales Prompting) und vertrauliche Telefonate. Er schützt Beschäftigte vor Störungen und verhindert, dass KI-Sprachdialoge die Akustik im Open Space belasten.
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