Planung & Räume | Absturzsicherheit
Transparenter Schutz mit Glas-Systemwänden
Wie DIN 18008-4, geprüfte Glasarchitektur und Pendelschlagprüfungen Sicherheit an Galerien und Lichthöfen gewährleisten.
Gläserne Trennwände an Galerien, Lichthöfen oder Atrien übernehmen neben ihren gestalterischen und akustischen Aufgaben eine zentrale Schutzfunktion: Sie verhindern das Herabstürzen von Personen. Die baurechtlichen Anforderungen an absturzsichernde Verglasungen sind in der Normenreihe DIN 18008-4 (früher TRAV) verbindlich verankert.
Da diese Trennwände dauerhaften statischen Linienlasten sowie dynamischen Stoßbeanspruchungen standhalten müssen, gelten sie als sicherheitsrelevante Bauteile. Eine vorausschauende Fachplanung verbindet höchste Transparenz mit lückenlos nachgewiesener Standsicherheit gemäß den Verwendbarkeits- und Prüfnachweisen des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt).
Konstruktionskategorien, Kategorie A und Pendelschlagprüfung
Die DIN 18008-4 unterscheidet verschiedene Kategorien absturzsichernder Verglasungen – von Brüstungselementen mit Handlauf (Kategorie B) bis zu Ausfachungen (Kategorie C). Im modernen Büroinnenausbau steht Kategorie A im Fokus: Hier übernehmen linienförmig gelagerte, geschosshohe Verglasungen ohne tragenden Handlauf die vollständige Absturzsicherung. Den Nachweis der geforderten Stoßfestigkeit gegen Personenanprall erbringen die Konstruktionen durch Pendelschlagprüfungen mit einem 50 kg schweren Doppelreifen-Pendel.
Nurglas-Systeme wie fecoplan sowie Rahmenverglasungen wie fecofix oder fecostruct erfüllen diese Sicherheitsanforderungen durch speziell dimensioniertes Verbund-Sicherheitsglas (VSG, TVG gem. Statik) mit reißfesten PVB-Folien zuverlässig und splitterbindend.
Statische Verankerung und Schnittstellen im Baukörper
Neben der präzisen glasstatischen Dimensionierung der Scheiben ist die statisch einwandfreie Verankerung der Systemprofile am Baukörper der kritischste Erfolgsfaktor für die Gesamtsicherheit. Absturzsichernde Glas-Systemwände leiten horizontale Wind- und Anpralllasten direkt in die angrenzenden Rohdecken, Doppelböden oder Stahlbauunterkonstruktionen ab. Eine fachgerechte Schnittstellenplanung verhindert unerwünschte Verformungen der Befestigungspunkte und bewahrt die Glaselemente vor unzulässigen thermischen oder mechanischen Zwängungsspannungen. In der Baupraxis lassen sich geprüfte absturzsichernde Glasmodule völlig nahtlos mit regulären Glaselementen oder akustisch absorbierenden Vollwänden der Systemwandplanung kombinieren. So entsteht ein optisch durchgängiges Erscheinungsbild im gesamten Gebäude.
Fazit: Transparenz und verlässliche Personensicherheit
Geprüfte absturzsichernde Verglasungen ermöglichen die Realisierung von mehr Transprarenz in Gebäuden unter Berücksichtigung der Anforderungen entsprechend der vorgeschriebenen statischen Nachweise. Das garantiert verlässlichen Personenschutz für alle Gebäudenutzenden und sichert der Bauherrschaft die volle behördliche Genehmigungsfähigkeit sowie die langfristige Werthaltigkeit der Immobilie.
Wissen vertiefen: Medien & Downloads
Nutzen Sie weiterführende Informationen unserer Fachquellen und empirischen Erhebungen, um Ihre Planungsprozesse im Detail zu optimieren:
DIN 18008-4: Anforderungen an absturzsichernde Verglasungen
Glas im Bauwesen
Verband Fenster + Fassade: Praxisleitfaden zur Anwendung der DIN 18008-4
Absturzsichernde Verglasungen
Deutsches Institut für Bautechnik: Bauaufsichtliche Zulassungen, Bauartgenehmigungen und Prüfzeugnisse für Bauprodukte und BauartenZulassungen und Bauproduktnachweise
FAQ – Absturzsicherheit
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Die DIN 18008-4 (früher TRAV) regelt die bemessungs- und prüftechnischen Anforderungen an absturzsichernde Verglasungen verbindlich.
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Raumhohe, vertikale Verglasungen, die ohne zusätzlichen tragenden Handlauf als alleinige Absturzsicherung an Galerien oder Lichthöfen dienen.
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Durch experimentelle Pendelschlagprüfungen mit einem Doppelreifen-Pendel, welche die Widerstandsfähigkeit bei dynamischem Personenanprall sicherstellen.
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